Warum ist Werbung wichtig für das Internet?

Wenn ich jetzt diesen Artikel schreibe, weiß ich nicht, ob ich von Sozialen Netzwerken ausgeschlossen werde oder meine Mitgliedschaft bei den bekannten Business-Plattformen gekündigt wird, aber ich stelle hier einmal die Frage, warum es einem Besucher von Webseite verboten wird, Werbung nicht anzusehen?

Das geht mittlerweile soweit, dass man die Werbung nun auch als Werbe-Clip vor dem eigentlichen Film auf Nachrichten-Plattformen ansehen MUSS, weil ansonsten wird der Film nicht geladen. Eine andere besondere Werb-Blüte sind Werbe-Filmchen, die mitten in einem Artikel platziert werden und dann beim scrollen auf einmal mit dem abspielen anfangen. Hier stellt sich mir die Frage: Warum?

Ich muss gestehen, dass ich Werbung im Internet nicht mag, normale und im besonderen personalisierte Werbung. Meiner Meinung funktioniert personalisierte Werbung auch nicht.

Wenn ich auf einer Internetseite etwas suche, aber noch unentschlossen bin, dann macht es keinen Sinn bzw. denke ich, dass ein ständiges Zeigen von dem selben oder ähnlichen Produkten auf anderen Seiten wie ein erhobener Zeigefinger wirkt und sagt, „vergiss nicht, mich zu kaufen!!!!“. Das ist schon fast eine Einkaufsliste, die elegant und bunt blinkende überall gezeigt wird. Die Seiten mit diesem erhobenen Zeigefinger werden immer mehr und wer ist davon entweder nicht genervt, bekommt eine heiden Paranoia oder es ist ihn sch… egal.

So richtig unnütz ist die personalisiert Werbung genau dann, wenn ich mich entscholssen habe etwas zu kaufen. Ganu ab dann bekommt man entweder von der Verkaufs-Plattform noch Mails mit weiteren Angebot zu dem selben Produkt oder auf allen anderen Seiten, auf denen man sich befindet werden Anzeigen zu dem selben Produkt angezeigt. Was ist die Intension dahinter? Ich habe das Produkt doch bereits gekauft?

Die Verkäufer der Werbung und der Produkte können sagen, ja jetzt wo er das eine Produkt hat, dann braucht er ja noch dieses Produkt, denn dann kann er beides besser nutzen. Oder sie sagen, wenn du noch mehr Freude haben möchtest, musst du das Produkt auch noch kaufen.

Aber Moment Mal, habe ich nicht gerade Freude mit dem ersten Produkt, deshalb habe ich das ja gekauft? Warum hat mir der Verkäufer das eine Produkt verkauft, wenn er gleich nach dem Kauf davon ausgeht, dass ich nur wirklich Spass haben kann, wenn ich das andere Produkt auch noch kaufe? Hat man mir vor dem Kauf etwas verschwiegen?

Jetzt gibt es aber noch eine andere Ebene über den einfachen Werbetreibenden bzw. dem Verkäufer, die noch viel Interessanter ist. Die Ebene der sozialen Netze. Diese bietet nicht nur Platz für Werbung an, nein, sie analysieren das Besucher-Verhalten auf den eigenen sowie auf fremden Seiten. Und dasw ist interressant. Die sozialen Netzwerke untersuchen, was mich auf Internetseiten interressiert, die NICHTS mit den Netzwerken zu tun haben. Das sind nicht erlaubte Abhörmaßnahmen, die „im Sinne der Nutzers“ durchgeführt werden. Auf der anderen Seiten wollen die Sozialen Netzwerke aber nicht, dass die Geheim-Dienste etwas erfahren. (Sind diese eine Konkurrenz?)

Kämpfen tun diese Netzwerke aber gegen die Geheimdienste wegen deren Abhörmaßnahmen. Wenn wir ehrlich sind, dann sind alle soziale Netzwerke nichts anderes als Abhörposten, die uns ausspionieren möchten.

Die Algorythmen der großen Netzwerke saugen unsere Bewegungen im Internet auf und meinen daraus für uns die beste Werbung anzeigen zu müssen. Bei einer Werbung für ein Produkt geht es um das Werben. Wer sich gefragt oder ungefragt einen Vorteil über den potenziellen Kunden erschleichen, hat entweder keine guten Argumente oder ein schlechtes Produkt.

Wenn ein Unternehmen/Verlag oder Firma so sehr auf Werbung angewiesen ist, dass es alles darauf setzt im Internet es durch zu setzen, dass sich der Besucher die Werbung ansehen muss, damit er die eigentlichen Inhalte des Webseitenbetreibers sehen darf, da frage ich mich, wie diese Firma ihre Besucher sieht und wie qualitativ hochwertig sind die eigentlichen Inhalte, wenn man so viel Werbung machen muss? Was für eine Beziehung will diese Internetseite zu ihren Besuchern haben. Zum einen wollen sie dem Besuchern etwas anbieten, aber verlangen gleichzeitig Werbung zu konsumieren. Sie werden automatisch mit einem Konsum konfrontiert.  Das Schlimmste ist auch noch, dass der Besucher seine personalisierte Werbung aushalten muss. Er wird zu einer Marionette, die einfach alles erdulden muss.

Der Inhaber der Webseite, der den Besucher zum Konsum seiner Werbung zwingt, hat dann auch noch Werkzeuge mit denen er eine Auswertung machen kann, welche Werbung das war (Das ist ein kleines Zuckerl der großen sozialen Netzwerke, damit der Webseiten Betreiber etwas zum spielen hat).

Das sieht mehr aus wie ein schäbiger Basar, der mit Neonleuchtreklame von den eigenen Produkten ablenken will.

Jede Firma, die Anzeigen verkauft und mit allen Mitteln auf teufel-komm-raus Werbung überall, auch mittlerweile auf dem Handy und Tablet, raus ballert, hat sich zu einem Handlanger der Spionage gegen die eigene Privatsphäre gemacht und will bestimmt nicht, dass der Besucher genau sein Produkt findet. Diese Firmen wollen jeden einzelnen zu einem Profil machen um immer mehr Informationen von uns zu erhalten und uns auszuhorchen und unseren private Raum ausleuchten.

Vielleicht muss man das Ganze auch einmal von der anderen Seite betrachten. Für die großen sozialen Netzwerke ist es nur von Vorteil, wenn sie alles kostenlos anbieten, so kommen viele Benutzer auf die Webseiten. Sie können dort ihr Leben, ihr Streben, einfach alles mit ihren Freunden teilen. Alles passiert in der Gewissheit, dass die Daten sicher sind. Es stimmt, die Daten sind bei den Netzwerken sicher, denn die geben die Daten nicht raus. Dafür sind die Informationen viel zu wertvoll.

Den Werbetreibenden verspricht das soziale Netzwerk mit Werbeplätzen das große Geld und bekommt im Gegenzug Daten der Benutzer. Und dies von überall. Ja, mit den Assistenten auch aus dem Heim und dort aus jedem Zimmer mit Abhörwanze und Kamera. Schön, wenn diese Assistenten im Schlafzimmer oder Kinderzimmer stehen… So machen sich alle, die ahnungslos Werbung schalten zu Abhöragenten ohne Ahnung.

Wer es bis hierher geschafft hat zu lesen, dem sein versichert, dass ich nicht paranoid bin, aber dies eine Betrachtungsweise ist und ich hier keine Möglichkeit für mich sehe, diesen Zustand für mich zu verbessern.

Manch schlauer Leser würde jetzt kommen und sagen, ja warum nutzt du nicht die Do-not-track-me-Technik? Ja, diese Technik, mit der man sagen kann, liebe Betreiber von Webseiten, ich will nicht, dass ihr meine Daten aufnehmt, klingt recht schick. Die Frage bleibt, wie viele Betreiber halten sich daran und was für Informationen fließen zu den Informationssammlern?

Manche Webseiten-Betreiber gehen her und sagen, wer keine Werbung will muss halt zahlen, ansonsten sieht er Werbung. Das ist wenigstens konsequent, weil ich ja hier selbst bestimmen kann ob ich die Inhalte bezahle oder nicht.

Was kann ich nun tun? Bin ich als Internet-Seiten der machtlos?

Im gewissen Sinne müssen wir alle Werbung ertragen und wir werden Werbung nie wieder los. Aber man kann auch etwas tun. In meinem nächsten Artikel habe ich einen Werbefilter beschrieben, der versucht, schon beim Laden der Webinhalte Werbung zu filtern.

Viel Spass noch im Internet und lasst euch nicht zu sehr bewerben.

Bobby

Robert Friemer

Robert Friemer, mittlerweile 49, arbeitet mit Windows seit Version 3.11, mit Linux seit Version 2.0 und mit FreeBSD seit Version 3.8. Er hat schon so einige Irrungen und Wirrungen in der IT mit erlebt und ist seit einigen Jahren (fast) Windows-los. Dank Pinguin und vor allem dank Beastie.

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